Hikerino – das bin ich!
Nico

Nico

aka Hikerino

Hi, ich bin Nico. Schön, dass du hergefunden hast!

Ich habe die Webseite ins Leben gerufen, um zum einen eine schöne Erinnerung an die vergangenen Reisen zu haben und natürlich auch, um Freunde und Verwandte auf dem Laufenden zu halten, während ich unterwegs bin. Wenn sich noch der ein oder andere Besucher hier verirren sollte und bei Gefallen die Seite mit seinen Freunden teilt, wäre ich allerdings auch sehr dankbar 🙂

Genug Förmlichkeiten ausgetauscht und nun etwas zu meiner Person! Ich bin 1990 geboren und habe bisher ein Leben gelebt, welches man als durchaus „normal“ bezeichnen kann. Die spontane Idee einmal den Jakobsweg zu wandern, stellte meine Weltanschauung grundlegend auf den Kopf.

Ich realisierte mehr und mehr, dass ich so wie bisher nicht weiterleben kann und möchte. Ich wurde von Tag zu Tag unzufriedener mit meinem Leben, welches zum größten Teil aus Arbeiten und Routine bestand. Nichts hasse ich mehr als Routine… Ich bin der Typ, der sich heimlich ins Fäustchen lacht, wenn etwas nicht nach Plan läuft, während die meisten anderen gleich nervös werden. Die traurige Wahrheit war aber, dass sich die nächsten 40 Jahre kaum etwas verändern würde, wenn ich das Standard-0815-Leben so weiterführen würde.

Statt einen auf depressiv zu machen und den Kopf in den Sand zu stecken, arbeitete ich an meinem großen Ziel: zu mindestens eine Zeit lang unabhängig zu sein und tun und lassen wonach mir der Sinn steht. Ich legte 2 Jahre lang fast jeden Cent beiseite und habe Anfang 2015 zum Entsetzten meiner Vorgesetzten, Freunde und Familie den sicheren und gut bezahlten Job gekündigt, um durch die Welt reisen zu können.

Ist das gewagt? Durchaus! Weiß ich wie meine Zukunft aussieht? Nein! Ist das schlimm? Keineswegs! Wichtig ist mir vor allen Dingen, dass ich mein Leben lebe, und nicht nur einfach existiere.

„When it’s time to die, let us not discover that we have never lived.“ (Henry David Thoreau)

 

Vor einigen Jahren sah ich zum ersten Mal eine Dokumentation über den Appalachian Trail in den USA. Er zog mich sofort in seinen Bann, blieb aber lange Zeit nur ein Traum in meinem Hinterkopf. Nachdem ich erste Wander-Erfahrungen auf dem Jakobsweg gesammelt hatte, rückte dieser Traum auf einmal in greifbare Nähe. Ein paar tausend Stunden der Vorbereitung und 135 Tage auf dem Trail später, hatte ich mein Ziel erreicht. Dabei soll das erst der Anfang gewesen sein – viele weitere spannende Reisen schwirren mir bereits im Kopf herum. Für 2016 ist bereits die nächste Reise in Planung. Was danach kommt, steht noch in den Sternen. Vielleicht führe ich diesen Lebensstil noch ein wenig weiter, oder aber ich lerne die richtige Frau kennen und es steht Familienplanung auf dem Programm. Wer weiß das schon?

Ich finde es wichtig flexibel zu sein und sich nicht auf eine Sache zu versteifen. Denn erstens kommt es ja doch immer anders, und zweitens als man denkt. Wie so oft sind es Begegnungen mit tollen Menschen, die einem neue Türen öffnen. Ob man die Türen letztendlich durchschreitet und den Eintrittspreis dafür bezahlt – sprich bereit ist, mit den Konsequenzen zu leben – liegt dann bei einem selbst. Wichtig ist vor allen Dingen, dass man auf sein Herz hört voll hinter seinen Entscheidungen steht. Die Kernfrage sollte dabei immer sein: „Was macht mich wirklich glücklich?“. Ich habe im Laufe der Jahre für mich festgestellt, dass Geld definitiv nicht dazu gehört. Man kann sich zwar viele tolle Dinge kaufen, doch ist die Zufriedenheit meist nur von kurzer Dauer. Und wenn wir mal ehrlich sind, brauchen wir den meisten Krempel davon eigentlich nicht. In einer Welt, in der Geld die Welt regiert, hat es auch bei mir ein bisschen gedauert, bis ich zu dieser Einsicht kam. Fortan krempelte ich mein Leben grundlegend um, und verfolgte ab diesem Zeitpunkt nur noch Ziele, die mich wirklich interessieren, als Menschen weiterbringen und vor allen Dingen: glücklich machen. Wie der englische Philosoph Alan Watts schon so schön sagte, ist Leidenschaft die beste Motivation, und Grundlage dafür, erfolgreich zu sein. Wer etwas mit Herzblut betreibt, wird sich zwangsläufig qualitativ von der grauen Masse abheben können und letztendlich für die bessere Arbeit auch besser bezahlt werden. Wobei das dann eher einen schönen Nebeneffekt darstellt und nicht der Grund für das, was man tut.

„Als ich 5 Jahre alt war, sagte mir meine Mutter immer, dass das Glücklichsein das Wichtigste im Leben ist. Als ich zur Schule ging, fragten sie mich, was ich sein wollte, wenn ich erwachsen war. Ich schrieb „glücklich“ hin. Sie sagten mir, dass ich die Aufgabe nicht verstanden habe, und ich sagte ihnen, dass sie das Leben nicht verstanden hatten.“ (John Lennon)


Für diejenigen unter euch, die sich fragen was ein „Hikerino“ ist: Wie bereits erwähnt, bin ich über den Jakobsweg zum Wandern gekommen. Wer den Weg wandert bzw. pilgert, ist offiziell ein Pilger – spanisch „peregrino“. Die Pilger, die sich nicht unter das Fußvolk mischen wollen, und stattdessen lieber den Bus bzw. ein Taxi nehmen, heißen in der Pilgersprache „busogrinos“ bzw. „taxigrinos“. Hikerino ist also eine Mischung aus „peregrino“ und Hiker – zu Deutsch „Wanderer“.

Als Pilger möchte ich mich eher ungern bezeichnen, weil dies doch eher mit einem religiösen Hintergrund in Verbindung gebracht wird.


Zu guter Letzt möchte ich noch das Video mit euch teilen, welches große Mitschuld an der Tatsache hat, dass ich letztendlich den Mut aufgebracht habe, ein neues Leben zu beginnen. Da es für mich eine so große Rolle spielte und mir die Worte förmlich aus der Seele sprechen, möchte ich es mit euch teilen.

Für alle, die des Englischen nicht mächtig sind, habe ich es mal sinngemäß ins Deutsche übersetzt und unter das Video geschrieben.

Was wünscht du dir?
Worauf hast du Lust?
Welche Situation würde dir gefallen?

Ich spreche oft mit Studenten über ihre berufliche Zukunft. Sie kommen zu mir und sagen „Wir kommen bald aus dem College und haben nicht geringste Ahnung, was wir anschließend machen wollen.“ Daraufhin stelle ich ihnen immer dieselbe Frage „Was würdest du machen, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Wie möchtest du dein Leben wirklich verbringen?“

Es ist wirklich erstaunlich, dass Unmengen an Studenten unseres Bildungssystems sagen, dass sie gerne Maler, Dichter oder Schriftsteller werden würden. Aber wie jeder weiß, lässt sich damit ja kein Geld verdienen. Eine andere Person sagt, sie würde ihr Leben gerne im Freien verbringen und Pferde reiten. Ich frage dann „Möchtest du in einer Reitschule unterrichten? Lass es uns genau durchgehen. Was willst du machen?“

Wenn wir schließlich etwas gefunden haben, was die Person wirklich möchte, sage ich „Genau das machst du! Und vergiss das Geld. Denn wenn du denkst, dass Geld Verdienen das wichtigste ist, wirst du dein Leben damit verbringen, deine ganze Zeit zu verschwenden. Du wirst Dinge tun, die du nicht magst, um weiterzuleben. Ein Leben, das daraus besteht, Dinge zu tun, die du nicht magst. Was kompletter Schwachsinn ist! Besser man hat es kurzes Leben, in dem man all die Sachen macht, die man möchte – als ein langes Leben, welches man nicht genießt.“

Und überhaupt, wenn du das tust, was dir wirklich gefällt – es spielt gar keine Rolle was es ist – dann kannst du letztendlich zu einem Meister in dem Gebiet heranwachsen. Der einzige Weg ein Meister zu werden, besteht darin, es aus tiefster Überzeugung und mit Leib und Seele zu tun. Und dann bist du auch in der Lage, ein gutes Gehalt dafür zu bekommen.

Also mach dir nicht so viele Gedanken! Irgendjemand ist in allem interessiert. Und an allem, an dem du interessiert bist, wirst du Gleichgesinnte finden.

Aber es absolut dumm, seine Zeit mit Dingen zu verbringen, die man nicht mag. Nur um dann das Geld für Sachen auszugeben, die man nicht mag; Dinge zu tun, die einem nicht gefallen und schließlich seinen Kindern beizubringen, es einem gleichzutun.

Seht doch was wir damit machen! Wir erziehen unsere Kinder und bringen ihnen bei, dieselbe Art von Leben zu führen, wie wir es ihnen vorgemacht haben. Nur damit sie später ihr Leben an diesem Standard messen und Erfüllung finden, indem sie ihre Kinder genauso großziehen, die dann schließlich dasselbe mit ihren Kindern tun. Die ganze Scheiße wir immer wieder hochgewürgt, aber nie ausgekotzt – soweit kommt es nie.

Und deshalb ist es so wichtig, sich die Frage zu stellen
„Was wünsche ich mir?“