Guillermo, einer der beiden spanischen Wegbegleiter von Ugnius, hat mit seinem Geschnarche alle wach gehalten, weshalb er der einzige war, der eine erholsame Nacht hatte. Am ersten Anstieg musste ich feststellen, dass ich mit meinen Kraftreserven völlig am Ende war. Die Beine haben sich wie Pudding angefühlt und das Knie schwoll langsam an. Ohne eine Aspirin Tablette hätte ich die 34 km nach San Vicente de la Barquera niemals geschafft.

Viel Berichtenswertes ist tagsüber nicht passiert – lediglich während der Mittagspause in einer kleinen Bar erfuhr ich vom Junior Barkeeper, dass das Formel-1 Rennen in 3 Stunden losging. Das bedeutete 4 Kilometer pro Stunde, was eigentlich keine große Herausforderung darstellt. 5 Kilometer vor dem Ziel ließ mich allerdings die Schmerztablette im Stich und machte das Unterfangen zu einer echten Qual. Wie mir Veronica später erzählte, musste sie sich ebenfalls durchkämpfen. Sie hatte sich etliche Blasen unter den Füßen gelaufen und konnte nur noch humpeln, weshalb Guillermo zum Schluss sogar ihren Rucksack trug, weil sie es selbst nicht mehr schaffte.

Beim gemeinsamen Abendessen lernten wir Ulrike kennen, die uns die folgenden Tage begleitete. Und natürlich nicht zu vergessen, der Gerhard – ein stämmiger Franke. Manchen Menschen sieht man es schon vorher an, dass sie fürchterliche Schnarcher sind. Nun, er war ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch dafür. Veronica flüchtete nachts sogar in Badezimmer, weil sie kein Auge zubekam. Hätte ich noch meine Isomatte dabei gehabt, hätte ich es ihr gleichgetan!

 

 

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